Z1-Z6 im Gelben Heft: Mehr Patienten, bewährte Abrechnung
04.02.2026
Ab Januar 2026 werden die zahnärztlichen Früherkennungsuntersuchungen verbindlich im Gelben Heft dokumentiert. Abrechnungstechnisch ändert sich nichts – aber die höhere Sichtbarkeit wird voraussichtlich deutlich mehr kleine Patienten in die Praxen bringen.
Das Wichtigste vorab
Die Integration der zahnärztlichen Früherkennung ins Gelbe Heft soll die Teilnahmequoten von derzeit 11-56% auf das Niveau der U-Untersuchungen (95%) steigern.
Das bedeutet: deutlich mehr kleine Patienten in der Praxis.
Abrechnung bei GKV-Patienten: Bewährtes System bleibt
Z1-Z6 Bezeichnungen und BEMA-Positionen:
Gelbes Heft Z1
Bema-Position FU 1a
Alter 6.-9. Lebensmonat
Gelbes Heft Z2
Bema-Position FU 1b
Alter 10.-20. Lebensmonat
Gelbes Heft Z3
Bema-Position FU 1c
Alter 21.-33. Lebensmonat
Gelbes Heft Z4
Bema-Position FU 2
Alter 34.-48. Lebensmonat
Gelbes Heft Z5
Bema-Position FU 2
Alter 49.-60. Lebensmonat
Gelbes Heft Z6
Bema-Position FU 2
Alter 61.-72. Lebensmonat
Wichtig: Die Z1-Z6 Bezeichnungen gelten nur für das Gelbe Heft und die Elternkommunikation. Die BEMA-Abrechnung erfolgt weiterhin über die gewohnten FU-Positionen.
Abrechnung bei PKV-Patienten: Etablierte Kombinationen
Auch privatversicherte Kinder profitieren von der höheren Aufmerksamkeit.
Die GOZ enthält keine spezifischen FU-Leistungen, entsprechende Untersuchungen können jedoch nach bewährten GOZ/GOÄ-Kombinationen abgerechnet werden:
Berechnungsmöglichkeit 1
- GOZ-Nr. 0010 | Eingehende Untersuchung
- GOÄ-Nr. Ä1 | Beratung
- GOÄ-Nr. Ä4 | Unterweisung der Bezugsperson
Berechnungsmöglichkeit 2
- GOÄ-Nr. Ä6 | Vollständige Untersuchung
- GOÄ-Nr. Ä1 | Beratung
- GOÄ-Nr. Ä4 | Unterweisung der Bezugsperson
- ggf. K1 | Zuschlag zu Untersuchungen bei Kindern bis zum vollendeten 4. Lebensjahr
Hinweis: Bei der Abrechnung sind die jeweiligen GOZ/GOÄ-Bestimmungen zu beachten.
Was sich für die Praxis ändert
Mehr Patienten erwartet
Die höhere Sichtbarkeit durch das Gelbe Heft wird voraussichtlich zu deutlich mehr Terminen führen. Planen Sie entsprechende Kapazitäten ein.
Einheitliche Kommunikation
- Mit Eltern: Z1-Z6 verwenden
- Intern/Abrechnung: Gewohnte FU-Positionen bzw. GOZ/GOÄ-Nummern
Digitalisierung vorbereitet
Die Neuregelung legt die Grundlage für das künftige digitale U-Heft (MIO).
Praktische Umsetzung
Sofort
- Team über beide Bezeichnungssysteme informieren
- Elternkommunikation auf Z1-Z6 umstellen
- Kapazitätsplanung anpassen
Ab 2026
- Gelbe Hefte mit Z-Dokumentation nutzen
- Für bestehende Hefte: Einleger verwenden
- Bisherige Kinderzahnpässe können ergänzend genutzt werden
Materialien und Support
Kostenlose Info- und Werbematerialien der KZBV:
http://kzbv.de/zahnaerzte/rund-um-die-praxis/fruehkindliche-karies-vermeiden
Fazit
Die Integration ins Gelbe Heft ist eine große Chance für den Ausbau der zahnärztlichen Kinderprävention. Abrechnungstechnisch bleibt bei GKV-Patienten alles beim Alten, während sich für PKV-Patienten etablierte GOZ/GOÄ-Kombinationen anbieten. Bereiten Sie sich jetzt auf mehr kleine Patienten vor – die Zukunft der Prävention beginnt in Ihrer Praxis!
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